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Kategorie Archive: Macht

Macht

"Leben und Lehren der Meister im fernen Osten"

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Nun haltet an und denkt einen Augenblick über die zahllosen Sandkörner am Meeresufer nach; denkt an die zahllosen Wassertropfen, die die Gewässer der Erde bilden; denkt an die zahllosen Lebensformen in den Gewässern der Erde. Dann denkt an die endlose Zahl der Teilchen, die einen Felsen bilden, und an diejenigen, aus denen die Erde zusammengesetzt ist; an die endlose Zahl der Bäume, Pflanzen, Blumen und Kräuter auf der Erde; an die unendliche Zahl aller tierischen Lebensformen auf der Erde. Erkennt, dass alle sich gebildet haben nach dem Ideal, das im großen universellen Gemüte Gottes festgehalten wird, dass sie alle das eine Leben in sich tragen, das Leben Gottes. Dann denkt an die endlose Zahl von Seelen, die auf dieser Erde geboren werden. Und erkennt, dass jede dieser Seelen ein von Gott vollkommen ausgedachtes Ideal ist, so wie Gott sich selbst erschaut, dass jeder dieser Seelen dieselbe Macht, dieselbe Herrschaft und dieselbe Ausdrucksmöglichkeit gegeben ist über alles, was Gott selbst gehört. Denkt ihr nicht, dass Gott im Menschen diese gottgleichen oder gottgegebenen Eigenschaften zu entfalten wünscht, sie entfalten will, dass Er will, dass der Mensch die Werke Gottes tue, durch das Erbe, das dem Menschen von seinem Vater verliehen worden ist, durch den großen universellen Verstand in allen, durch alle und über allen? Und dann sehet ein, dass ein jeder ein Ausdruck oder etwas vom Unsichtbaren, vom Geist Ausgedrücktes ist, das sichtbare Form annahm, eine Form, durch die Gott es liebt, sich Ausdruck zu verleihen. Wenn wir dies richtig erkennen und annehmen, so können wir wahrlich sagen wie Jesus: >Siehe, ein Christus ist hier.<

Meine Brüder, ist einer unter euch hier, der fühlt, dass er nicht die Kraft hat, jede ihm von Gott gegebene Fähigkeit anzuwenden? Jesus wandte seine eigene, von Gott gegebene Macht an, wie ich es getan habe. Lasst euch sagen, dass ich nichts getan habe, als was jeder von euch auch zu tun imstande ist. Und nicht nur ihr, sondern jedes Kind, das in dieser Welt oder im ganzen Universum geboren wird oder geboren worden ist, hat die Macht, genau dasselbe zu vollbringen. Ich möchte, dass ihr dies eurem Verstande deutlich beibringt.

Die Erkenntnis, dass Gott die einzige Macht, die einzige Substanz und Intelligenz ist, mag am Anfang verwirrend sein. Aber wenn der Mensch die wahre Natur Gottes erkennt und Ihn zum lebendigen Ausdruck bringt, wird er jederzeit diese Macht anwenden. Er weiß, dass er sich bewusst, zu jeder Zeit, mit dieser Macht in Beziehung setzt: wenn er isst, wenn er geht, wenn er atmet, oder wenn er das große, vor ihm liegende Lebenswerk verrichtet. Der Mensch hat noch nicht gelernt, Gottes größere Werke zu vollbringen, weil er die Größe der Macht Gottes noch nicht eingesehen hat und weil er noch nicht gewusst hat, dass die Macht Gottes da ist, um vom Menschen angewendet zu werden.

Und werden wir dabei nicht eines Tages entdecken, dass wir wahre Kinder Gottes sind, nicht seine Diener, und dass wir als Kinder alles vermögen und haben, was der Vater hat, und dass wir davon ebenso freien Gebrauch machen können wie der Vater selbst? Ich gebe zu, dass es anfänglich einen mächtigen Glauben braucht, einen Glauben, den man gewöhnlich Schritt für Schritt sich erringen und getreulich üben muss, wie Musik oder Mathematik, bis man auf dem Punkt des Wissens anlangt; dann sind wir frei, in Größe und Schönheit.

Jesus kam zu dem Punkte, wo er völlig auf sein tiefes Wissen oder seine Gotteserkenntnis angewiesen war, und so nur vollbrachte er seine gewaltigen Werke. Er verließ sich nicht auf seine eigene Willenskraft, noch auf seine starken, konzentrierten Gedanken. So sollen auch wir uns nicht verlassen auf unsere Willenskraft, noch auf starke, konzentrierte Gedanken, sondern auf den Willen Gottes. >Nicht mein Wille, sondern der Deinige, Gott, geschehen Der Wille, Gottes Willen zu tun. Denkt ihr nicht, dass Jesus allezeit den Willen hatte, den Willen Gottes zu tun oder dasjenige, was Gott wollte, dass er tue?

Emil sagte: »Dies wird der Tempel des Schweigens, der Ort der Macht genannt. Schweigen ist Macht; denn wenn wir in uns selbst den Ort des Schweigens erreichen, dann haben wir den Ort der Macht — Gott — erreicht, den Ort, da alles Eines ist, die Eine Macht. >Sei still und wisse, dass ich Gott bin.< Zerstreute Macht ist Lärm. Konzentrierte Macht ist Schweigen. Wenn wir durch Konzentration (= alles in ein Zentrum bringen) alle unsere Kräfte auf einen Punkt zusammenfassen, dann haben wir in der Stille Gott berührt, wir sind eins geworden mit ihm und daher auch eins mit aller Macht. Dies ist des Menschen Erbteil. >Ich und der Vater sind eins.< Es gibt nur einen einzigen Weg, der uns zur Vereinigung mit der Macht Gottes führt, und dieser Weg ist, bewusst in Berührung mit Gott zu treten. Dies kann nicht geschehen von außen her, denn Gott offenbart sich von innen heraus. >Der Herr ist in Seinem heiligen Tempel, lasst alle Welt vor Ihm stille sein.< Erst wenn wir uns von dem Äußeren abwenden und eintreten in das Schweigen im Innern, können wir hoffen, in bewusste Verbindung mit Gott zu treten. Wir werden einsehen, dass Seine Macht uns gegeben worden ist, dass wir sie anwenden, und wir werden allezeit von ihr Gebrauch machen. Dann werden wir wissen, dass wir eins sind mit Seiner Macht. Dann wird das Menschentum verstanden werden. Der Mensch wird lernen, Selbsttäuschung und Eitelkeiten fahren zu lassen. Er wird seine Unwissenheit und seine Kleinheit einsehen. Und er wird zum Lernen bereit sein. Er wird einsehen, dass der Stolz keine Belehrung annimmt; er wird wissen, dass nur der Demütige die Wahrheit entdecken kann. Seine Füsse werden festen Boden spüren, er wird nicht länger straucheln, er wird Gleichgewicht und Entschiedenheit erlangen.

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